HR Giger

H.R. Giger mit seiner Bolex-Kamera am Set von ALIEN, Shepperton, Studios, England 1978, Foto / ©: H.R. Giger, Mia Bonzanigo

H.R. Giger, Shepperton Studios, England 1978, Foto / ©: H.R. Giger, Mia Bonzanigo

Giger am Kopf des Alien, H.R. Giger bemalt einen Prototypen des Alienkopfes,
Shepperton Studios, England 1978, Foto / ©: H.R. Giger, Mia Bonzanigo

H.R. Giger. Kunst – Design – Film

(Werk-)Biografie von H.R. Giger

1940
Hansruedi (H.R.) Giger wird am 5. Februar 1940 als Sohn des Apothekers Hans Richard Giger und seiner Frau Melly Giger-Meier in Chur geboren.

1962-1966
Besuch der Kunstgewerbeschule in Zürich, Abteilung Innenarchitektur und Industriedesign. Während dieser Zeit entstehen erste Tuschefederzeichnungen, die Atomkinder. Erste Veröffentlichungen in den Untergrundzeitungen Hotcha!, Clou und Agitation.

1966
Erfolgreicher Abschluss an der Kunstgewerbeschule. Giger arbeitet als Designer bei Andreas Christen an einem Büromöbelprogramm der Firma Knoll-lnternational.

1967
Werke wie Gebärmaschine, Unter der Erde oder Astreunuchen entstehen. Giger macht die Bekanntschaft des Filmemachers Fredi M. Murer und nimmt an Urban Gwerders Poëtenz-Schau teil. Die Skulpturen Bettler, Koffer-Baby und Leben erhalten entstehen. Der Galerist Fred Knecht zeigt in Zürich die Ausstellung „Macht der Masken“ mit Bildern und Objekten von Giger.

1968
Giger gibt seinen Brotberuf auf, um sich der Kunst zu widmen. Erster Auftrag für Requisiten für den 30-minütigen Film Swissmade 2069 von Fredi M. Murer.

1969
Der Verleger Johannes H. Kunz druckt Poster nach Gigers Bildern und vertreibt sie weiltweit. Der Galerist Bruno Bischofberger verlegt das Siebdruck-Portfolio Biomechanoiden 1969. Zusammen mit dem Maler Friedrich Kuhn führt Giger das Happening First Celebration of the Four durch. Ausstellungen in Österreich und Deutschland. Die Passagen-Bilder entstehen.

1970
Nach dem Erlebnis eines Alptraums entstehen die so genannten Nasszellen-Bilder: Badewanne, Küche mit Ausguss, WC. Die Galerie Bischofberger in Zürich zeigt die Passagen.

1971
In London beschließen Fredi M. Murer und Giger, einen Dokumentarfilm über Gigers Bilder zu drehen; Drehplätze für den Film Passagen sind die unheimlichen Londoner Docks. Der erste Werkkatalog „A Rh+“  wird publiziert.

1972
Der Kasseler Kunstverein stellt Gigers Werk vor. Arbeit an den Werkgruppen Passagen und Hautlandschaften. Giger entdeckt die Spritzpistolentechnik (Airbrush), die zu seiner bevorzugten Maltechnik wird.

1973
Giger erhält von der britischen Rockgruppe Emerson, Lake und Palmer den Auftrag für die Gestaltung des Plattencovers Brain Salad Surgery.

1974
Das Bündner Kunstmuseum Chur zeigt das Gemeinschaftswerk Tagtraum von Giger, Claude Sandoz und Walter Wegmüller. Unter dem Titel Passagen erscheint ein neuer Werkkatalog.

1975
Der Passagen-Tempel, den Giger für die Galerie Sydow-Zirkwitz in Frankfurt am Main anfertigt, wird anschließend im Bündner Kunstmuseum ausgestellt. Bei der Eröffnung der Ausstellung „Schuhwerk“ in der Galerie Li Tobler filmt Giger die Gäste für den Dokumentarfilm Giger's Necronomicon, der zusammen mit Jean-Jaques Wittmer entsteht.

1976
Ausstellung in der Galerie Sydow-Zirkwitz in Frankfurt am Main, zu der ein Katalog erscheint. Über Kontakte mit dem amerikanischen Maler Bob Venosa erhält Giger den Auftrag, am Filmprojekt Dune (Der Wüstenplanet) mitzuarbeiten.

1977
Beteiligung an der Ausstellung „Image of Horror and Fantasy“ im Bronx Museum, New York. Im Kunsthaus Zürich werden Werke aus den Jahren 1973-1977 gezeigt. Giger wird beauftragt, für den Science-Fiction-Horrorfilm Alien das Monster zu kreieren. Im Herbst wird Gigers Buch Necronomicon in mehreren Sprachen veröffentlicht.

1978
Die 20th Century Fox will das Projekt Alien produzieren. Regisseur Ridley Scott besucht Giger in Zürich. Um die Entwicklung und Ausführung seines Designs selber zu überwachen, arbeitet Giger in den Filmstudios in Shepperton, England.

1980
Die Entwürfe zu Alien werden u.a. in Zürich und in Lausanne gezeigt. In New York findet in den Hansen Galleries eine Ausstellung statt. Giger erhält für seinen Beitrag zum Film Alien den Oscar in der Kategorie „Best Achievement for Visual Effects“.

1981
Giger schafft die N.Y. City-Bilder. Er arbeitet zusammen mit Cornelius de Fries an einem Stuhlmodell der Harkonnen, die ursprünglich für Dune vorgesehen waren.

1982
In Zürich wird das Möbelprogramm um einen Tisch und einen Spiegelrahmen erweitert und im Restaurant Nouvelle ausgestellt. Giger beginnt mit dem Design für das Filmprojekt The Tourist.

1983
Die Serie der Victory-Bilder führt zu den so genannten Totems, nackten, technischen Pfähle, gekrönt durch einen schreienden Kopf, die aus einer zerstörten Landschaft aufragen. Giger ist Ehrengast an den Festivals des phantastischen Films in Madrid und Brüssel und wird für verschiedene Filmprojekte engagiert.

1984
Die erste Retrospektive findet im Zürcher Seedamm-Kulturzentrum statt, zu der ein Katalog erscheint. Giger schafft Plakate für den Film Future Kill von Ron Moore.

1985
Giger erhält den Auftrag, für den Film Poltergeist II diverse Horrorszenen zu entwerfen. Die Geschichte des Kinderschreckfilms ist schwach und nicht nach seinem Geschmack. Zu spät erfährt er, dass gleichzeitig Aliens (Regie: James Cameron) in Produktion geht. Gigers Bildbände Necronomicon l und Necronomicon II werden neu verlegt.

1986
Auftrag vom Schweizer Fernsehen DRS, den „Prix Tell“, einen TV-Preis, zu gestalten. Sony bringt in Japan die ersten Laser-Discs mit Cover-Motiven von Giger auf den Markt. Poltergeist II gelangt in die Kinos; während der Film in den USA ein box office hit ist, hat er in Europa keinen Erfolg.

1987
In Tokio findet eine grosse Giger-Ausstellung statt: Neben Gigers Alien und Poltergeist II werden das originale Alien-Monster, ein Harkonnen-Stuhl und Bilder gezeigt. Giger erhält den Auftrag, das Monster Goho Dohji für Teito Monogatari, einen Film des Regisseurs Akio Jitsusoji zu schaffen.

1988
In Japan erscheinen Übersetzungen der Bücher Necronomicon l, Necronomicon II und Giger's Alien. In Tokio wird die vierstöckige Giger-Bar eröffnet; wegen der strengen Baugesetze kann nur ein Teil der ursprünglichen Idee realisiert werden.

1989
Es entstehen farbige Comics für Strapazin und andere Zeitschriften. Für das 10. internationale Treffen der Hell's-Angels in der Schweiz gestaltet Giger ein clubinternes Poster.

1990
Giger erarbeitet Ideen für den Film The Train von Ridley Scott. Aufwändige Arbeit an den Entwürfen für den Film Alien III (Regie: David Fincher). Giger arbeitet am eigenen Drehbuch The Mystery of San Gottardo.

1992
In Chur wird eine Giger-Bar eröffnet, für die der Künstler eigens ein weiteres Möbelprogramm entworfen hat. Im Museum Baviera in Zürich findet eine grosse Retrospektive statt. Giger schreibt eine Kurzgeschichte über seine okkulten Erlebnisse, die im Buch A Rh+ publiziert wird und nimmt die Arbeit für einen Zodiac-Brunnen in Angriff.

1993
Eröffnung der Alien-Ausstellung im Museum Baviera in Zürich. Weitere Einzelausstellungen in der Galerie Humus in Lausanne, in der Galerie Herzog in Buren zum Hof, in der Galerie Bertram in Burgdorf und in der Alexander Gallery in New York.

1994
Einzelausstellungen in der Galerie Mangisch in Zürich und in der Galerie Ellisse in Locarno. Giger arbeitet am Film Species (Regie: Roger Donaldson) und entwirft eine außerirdische Schönheit sowie den Ghosttrain, der ihn zum Bau einer eigenen Gartenbahn inspiriert, Beginn der Planung eines eigenes Museums.

1996
Giger ist an der von Harald Szeemann kuratierten Ausstellung „Illusion, Emotion, Realität“ im Zürcher Kunsthaus beteiligt. Neben Beteiligungen an Ausstellungen in Wien, Venedig und Barcelona wird in Mailand eine Giger-Retrospektive gezeigt.

1997
Die Buchpublikation www HR Giger com erscheint.

1998
Im Schloss St. Germain in Gruyères eröffnet das Museum HR Giger. Es beherbergt Gigers private Sammlung phantastischer Kunst (Arbeiten von Günter Brus, Ernst Fuchs, Gottfried Helnwein, Arnulf Rainer, Franz Ringel, Thuri Werkner u.a.) sowie eine Sammlung eigener Werke. Gigers erster illustrierter Roman The Mystery of San Gottardo, eine Mischung aus Filmscript, Comicbook und schwarzer Komödie, erscheint.

1998-2003
Mehrere Buchveröffentlichungen und Ausstellungen in New York, u.a. die Ausstellung „HR Giger, Woodstock 2003“ in der Fletcher Gallery.

2004
Im September eröffnet im Musee Halle Saint Pierre in Paris eine fünfmonatige Retrospektive unter dem Titel „Le monde selon HR Giger“, eine der bisher umfassendsten Ausstellungen ausserhalb der Schweiz.

2005
Von April bis August wird im Cabaret Voltaire in Zürich die Ausstellung „Pandora/Giger Reloaded“ gezeigt, gleichzeitig sind im Museum Baviera in Zürich die Passagen unter dem gleichnamigen Titel zu sehen. Eine weitere Retrospektive findet unter dem Titel „HR Giger in Prag“ statt. „Gigerotique“, eine Ausstellung über Gigers erotische Werke, ist in New York zu sehen.

2006
Vom 24. Mai bis zum 1. Oktober findet im KunstHausWien eine große Giger-Retrospektive statt.

2007
Das Bündner Kunstmuseum in Chur zeigt die Retrospektive „HR Giger: Das Schaffen vor Alien, 1961-1976“. Von Oktober bis Dezember findet an der Universität von Valencia die erste Ausstellung von Gigers Arbeiten in Spanien statt.

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